Bei der Hormontherapie werden Estrogene unterschiedlicher Art und Appli­ka­tions­form bei vorhandener Gebärmutter mit Progesteron oder aber synthetischen Gestagenen kombiniert. Experten sprechen sich zunehmend für den Einsatz der physiologischen Sub­stanzen Estradiol und Progesteron aus.

Die Hormontherapie gilt in Leitlinien und Positionsbestimmungen als effektivste Form der Behandlung klimakterischer Beschwerden. Estrogene wirken erfolgreich gegen vasomotorische Symptome. Bei nicht hysterektomierten Frauen ist die Kombination mit Gestagenen notwendig, um vor estrogenbedingten Endometriumhyperplasien und in der Folge malignen Neoplasien des Endometriums zu schützen.

Gute Wirkung von transdermalem Estradiol

Die orale Gabe von Estrogenen geht dosisabhängig mit einem gesteigerten Risiko für thromboembolische Komplikationen einher. Diese Gefahr kann durch die transdermale Gabe z.B. eines Estradiol-Gels minimiert werden. Dies hat besondere Bedeutung bei prädisponierten Patientinnen wie z.B. überge­wich­tige Frauen. Diese Zubereitungsform als Gel kann besonders einfach in niedriger Dosierung aufgebracht werden. Die tägliche Applikation von 1,25 oder aber 2,5 mg Estradiol-Gel reduziert die Fre­quenz und den Schweregrad von Hitzewallungen bereits innerhalb eines Monats. Signifikante Unterschiede zu Placebo wurden in einer kontrollierten Studie mit 215 Patientinnen im zweiten Monat dokumentiert. Die gute Wirkung auf die Beschwerden verstärkte sich im Studienverlauf von zwölf Wochen kontinuierlich.

Progesteron: Effektiver Schutz vor Endometriumhyperplasie und sicherer an der Brust

Orales mikronisiertes Progesteron als Kombinationspartner bewirkt einen effektiven Schutz des Endometriums. Die PEPI-Studie (Placebo-kontrolliert, randomisiert) weist eine vergleichbar hohe Sicherheit aus wie für Medroxyprogesteronacetat (MPA) in Verbindung mit equinen Estrogenen (CEE). Für die MPA-CEE-Kombination ist bei langjähriger Anwendung allerdings ein erhöh­tes Brustkrebsrisiko belegt. Orales mikronisiertes Progesteron ist nach einer französischen Kohortenstudie, in der es vor allem zusammen mit Estradiol-Gel verabreicht wurde, an der Brust sicherer als synthetische Gestagene. Das legten auch Biopsien nahe: Im Vergleich beider Re­gimes zeigte die Histologie beim Einsatz der physiologi­schen Hormone deutlich weniger proliferierende Brustzellen.

Eine kombinierte HRT besteht aus transdermalen Estradiol und oralem mikronisierten Progesteron

Die Vorteile einer Hormonersatztherapie (HRT) mit transdermalem Estradiol und oralem mikronisierten Progesteron haben verschiedene Gesellschaften bereits in ihren Empfehlungen berücksichtigt. Diese Kombination verbreitet sich vor allem wegen ihrer höheren Sicherheit.

Das stoffwechsel- und gefäßneutrale mikronisierte Progesteron hat neben dem effektiven Endometriumschutz keine negativen Effekte auf Glukosestoffwechsel, Fett ­und das Gerinnungssystem. Kombiniert mit dem fehlenden First-pass-Effekt des Estradiol-Gels resultiert eine höhere Sicherheit hinsichtlich thromboembolischer Ereignisse. Ausschlaggebend für die Wahl der kontinuierlichen oder sequenziellen Hormon­the­rapie ist der Wunsch der Patientin nach Blutungsfreiheit. Für beide Therapieformen ist eine signifikante Besserung der vasomotorischen Symptome nachgewiesen. Die abendliche Gabe des Progesterons bessert dabei den Schlaf.

Sequenzielle und kontinuierliche Anwendung

Beim sequenziellen Schema werden Gestagene über zwölf bis vierzehn Tage pro Einnahmezyklus verab­reicht. Dabei sind Entzugsblutungen zu erwarten. Bei der kontinuierlichen Zu­gabe von Gestagenen resultiert dagegen Blutungsfreiheit, die in aller Regel nach den ersten zwei bis drei Behandlungsmonaten vollständig ist.