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Schwanger bleiben

Fehlgeburtsrisiko senken: Ursachen verstehen und sinnvoll vorbeugen

Eine Fehlgeburt ist ein einschneidendes Erlebnis – sowohl körperlich als auch seelisch. Um das Risiko für diese traumatische Erfahrung so weit wie möglich zu reduzieren, forschen Medizinerinnen und Mediziner intensiv an den Gründen, Risikofaktoren und den Möglichkeiten der Prävention von Fehlgeburten. Erfahren Sie, wie es zum vorzeitigen Ende einer Schwangerschaft kommen kann und wie Sie das Fehlgeburtsrisiko senken können.

Inhaltsverzeichnis

Fehlgeburtsrisiko senken: Das Wichtigste in Kürze

  • Fehlgeburten sind leider nicht selten und entstehen oft durch mehrere Faktoren gleichzeitig; vieles davon liegt nicht in Ihrer Hand.
  • Ein gesunder Lebensstil kann Ihnen dennoch ein Stück Sicherheit geben: nicht rauchen, kein Alkohol, ausgewogene Ernährung, moderates Gewicht – das sind sinnvolle Grundlagen.
  • Wichtige Nährstoffe (vor allem Folsäure) werden häufig empfohlen; was darüber hinaus wirklich hilft, ist sehr individuell und sollte gut eingeordnet werden.
  • Ärztliche Begleitung kann entlasten, besonders bei Vorerkrankungen, früheren Fehlgeburten oder Unsicherheit. Gezielte Untersuchungen schaffen Orientierung.
  • Seien Sie fair zu sich selbst: Das Risiko lässt sich oft nur begrenzt beeinflussen, aber gute Vorsorge und frühe Betreuung können Ihnen helfen, sich bestmöglich unterstützt zu fühlen.

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Fehlgeburt: Was bedeutet das?

Von einer Fehlgeburt oder einem Abort spricht man, wenn die Schwangerschaft endet, bevor das Kind lebensfähig ist. Als lebensfähig gilt ein Kind ab der 24. Schwangerschaftswoche (SSW) und ab einem Gewicht von 400 Gramm.

In seltenen Fällen und unter intensivmedizinischer Betreuung überleben Frühchen auch eine Geburt ab der 22. SSW. Von einer Fehlgeburt/Abort spricht man daher, wenn eine Schwangerschaft vor der 24. SSW endet. Die meisten Aborte ereignen sich, bevor die Schwangerschaft überhaupt bemerkt bzw. festgestellt wurde.

Bei Fehlgeburten unterscheiden Medizinerinnen und Mediziner zwischen

  • Frühaborten und Spätaborten sowie zwischen
  • Spontanaborten und artifiziellen Aborten.

Ein Frühabort ist eine Fehlgeburt vor der 13. Schwangerschaftswoche. Ein Spätabort ist eine Fehlgeburt zwischen der 14. und 23. Schwangerschaftswoche. Alle natürlichen Fehlgeburten fallen unter den Begriff Spontanabort, im Gegensatz zu künstlich herbeigeführten Geburten, den artifiziellen Aborten.

50 bis 70 Prozent der Fehlgeburten sind unbemerkte Frühaborte in der Frühschwangerschaft. Sie ereignen sich vor der fünften Schwangerschaftswoche, noch bevor die Frau die Schwangerschaft durch das Ausbleiben der Periode überhaupt bemerkt hat.

Viele Frauen erfahren erst durch einen positiven Schwangerschaftstest von ihrer Schwangerschaft – das ist meist in der fünften Schwangerschaftswoche. Solange lediglich der positive Test eine Schwangerschaft bestätigt, sprechen Medizinerinnen und Mediziner von einer biochemischen Schwangerschaft. Erst wenn eine Ärztin oder ein Arzt durch eine Ultraschalluntersuchung den Herzschlag feststellt, besteht eine klinische Schwangerschaft.

Zwischen 12 und 15 Prozent aller klinischen Schwangerschaften in Deutschland enden vorzeitig mit einer Fehlgeburt. Ab Mitte des zweiten Schwangerschaftsmonats sinkt das Fehlgeburtsrisiko auf 9,4 Prozent und ab der zehnten Woche auf 0,5 Prozent. Laut WHO erleiden ein bis drei Prozent aller Paare im reproduktionsfähigen Alter sogar den wiederholten Verlust einer Schwangerschaft.

Wie sich die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt nach Wochen typischerweise verändert, sehen Sie in der folgenden Übersicht:/

Schwangerschaftswoche (SSW)Typisches Fehlgeburtsrisiko*
Vor der 4. SSW50–70 % (meist unbemerkt)
4.–5. SSWca. 20–30 %
6.–7. SSWca. 10–15 %
8.–9. SSWca. 9,4 %
10.–12. SSWca. 0,5 %

Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt nach Wochen; *Richtwerte für Durchschnittsrisiken; individuell z. B. nach Alter, Vorgeschichte oder Befunden höher/niedriger.

Die Zahlen zeigen vor allem eines: Das Risiko ist in den ersten Wochen am höchsten und nimmt dann deutlich ab. Das kann entlastend sein und gleichzeitig erklären, warum gerade die Frühschwangerschaft so sensibel ist.

 

Ursachen und Risiken von Fehlgeburten

Hinter einer Schwangerschaft steckt ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren, das schon durch kleine Einflüsse aus dem Gleichgewicht geraten kann. Daher sind auch die Ursachen für Fehlgeburten vielfältig. Sie reichen von genetischen Auffälligkeiten bei einem Elternteil bis hin zu Einnistungsstörungen des Embryos oder unreifen Ei- oder Spermienzellen.

Hinter den „naturbedingten“ Spontanaborten in der Frühschwangerschaft stecken zumeist der Fälle Chromosomenstörungen in der jungen Zelle. Entdeckt der Körper während der komplizierten Zellteilungsprozesse schwerwiegende Defekte oder Kopierfehler im DNA-Bauplan des Embryos, bricht er nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ die weitere Entwicklung ab. In der Folge kommt es zu einer Blutung, hinter der die meisten Frauen eine Regelblutung vermuten.

Ursachen für eine Fehlgeburt können beispielsweise sein:

  • Genetische Defekte oder Fehlbildungen des Embryos
  • Einnistungsstörungen des Embryos in der Frühschwangerschaft
  • Fehlbildungen der Gebärmutter: Studien belegen ein hohes Fehlgeburtsrisiko bei Gebärmutter-Fehlbildungen. Bei einigen Frauen ist die Gebärmutterhöhle durch eine Muskel- oder Faserwand geteilt. Das Kind hat dadurch zu wenig Platz im Uterus.
  • Myome in der Gebärmutter
  • Lutealphaseninsuffizienz (Gelbkörperschwäche): Bei dieser Funktionsstörung produziert der Körper keine ausreichende Menge des wichtigen Schwangerschaftshormons Progesteron.
  • Infektionen: Über die Scheide oder einen geöffneten Muttermund können Bakterien, Pilze oder Viren aufsteigen und den Gebärmutterhals, die Gebärmutterschleimhaut, die Plazenta oder den Fötus infizieren.
  • Störungen der Blutgerinnung der Mutter (Antiphospholipid-Syndrom): Durch Gerinnsel in den Blutkanälen der Plazenta wird der Fötus nicht mehr ausreichend versorgt.
  • Autoimmunerkrankungen oder Antikörper gegen das Plazentagewebe
  • Hormonelle Störungen wie Schilddrüsendysfunktionen oder Diabetes
  • Endometriose: Frauen mit gutartigen Verwachsungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter haben ein höheres Risiko (76 Prozent) für eine Fehlgeburt.

Risikofaktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können:

  • Vorausgegangene Fehlgeburten: Frauen mit zwei oder mehr Fehlgeburten, die noch kein gesundes Kind geboren haben, haben in der nächsten Schwangerschaft ein Fehlgeburtsrisiko zwischen 40 und 45 Prozent, wenn sie erneut schwanger nach einer Fehlgeburt werden.
  • Häufige Schwangerschaften: Häufige Schwangerschaften erhöhen das Risiko für eine Fehlgeburt, da mit jeder Schwangerschaft das Fehlgeburtsrisiko statistisch steigt, unter anderem, da jede natürliche Geburt den Gebärmutterhals belastet und schwächt.
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Alter der Mutter: Statistisch steigt das Risiko für eine Fehlgeburt ab einem Alter von 35 Jahren.
  • Hohes Alter des Vaters oder defekte Spermien
  • Medikamente, Alkohol oder Nikotin
  • Äußerliche Einwirkungen wie Fruchtwasseruntersuchungen, Operationen, Röntgenstrahlung, Impfungen, Narkosen oder Unfälle
  • Psychischer Stress: Zu viel Stress kann das Immunsystem stören und einen Progesteronmangel zur Folge haben. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Progesteron und das Stresshormon Cortisol werden in der gleichen „Werkstatt“ produziert. Da die Produktion des Stresshormons Cortisol jedoch immer Vorrang hat, kommt das Progesteron zu kurz. Studien konnten außerdem einen Zusammenhang zwischen Ängsten und einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko zeigen.

 

Anzeichen für ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko und Verlauf einer Fehlgeburt

Nicht immer lässt sich eine Fehlgeburt überhaupt diagnostizieren. Viele Fehlgeburten passieren einfach so und gänzlich ohne Symptome. Umso weniger eine Frau mit einer Schwangerschaft rechnet oder auf Anzeichen achtet, desto unwahrscheinlicher wird sie eine Abort-Blutung in der Frühschwangerschaft als Fehlgeburt wahrnehmen. Ist die Schwangerschaft jedoch durch einen Test oder den Ultraschall bestätigt, wird die Frau Anzeichen oder Symptome einer Fehlgeburt eher erkennen und entsprechend darauf reagieren.

Ob Anzeichen auftreten, hängt auch vom Zeitpunkt oder dem Verlauf einer Fehlgeburt ab. Generelle Anzeichen für eine Fehlgeburt können sein:

  • Starke Blutungen oder Schmierblutungen
  • Schmerz oder Ziehen im Unterleib
  • Schmerzen im Rücken
  • Fieber
     

Drohende Fehlgeburt

Eine drohende Fehlgeburt (drohender Abort) ist noch keine Fehlgeburt. Sie äußert sich durch Krämpfe oder Blutungen und erhöht das Risiko für eine tatsächliche Fehlgeburt. Schwangere mit unerwarteten Blutungen (dazu zählen auch Schmierblutungen) sollten sofort zu ihrer Ärztin oder ihrem Arzt oder in ein Krankenhaus gehen. Schlägt das Herz des Kindes noch, kann evtl. eine Fehlgeburt verhindert werden.
 

Verhaltene Fehlgeburt – Abort ohne Symptome

Bei einer verhaltenen Fehlgeburt fehlen oft die Symptome: keine Schmerzen, keine Blutungen. Ist der Muttermund verschlossen, kommt es auch nicht zu Kontraktionen. Daher spricht man auch von einer unbemerkten Fehlgeburt.

Die Mehrheit aller Fehlgeburten sind verhaltene Aborte. Im Unterschied zu den unbemerkten Spontanaborten in der Frühschwangerschaft ist die Schwangerschaft jetzt fortgeschritten. Verhaltene Fehlgeburten werden mitunter erst sehr spät oder nur zufällig entdeckt. Der traurige Ultraschall-Befund bei einer Vorsorgeuntersuchung ist dann der fehlende Herzschlag des Kindes.

Fällt die verhaltene Fehlgeburt auf das erste Schwangerschaftsdrittel, erfolgt eine operative Ausschabung oder eine medikamentöse Therapie. Zu einem späteren Zeitpunkt müssen die Wehen künstlich eingeleitet werden.
 

Beginnende Fehlgeburt – aktive Gebärmutter

Von einer beginnenden Fehlgeburt spricht man, wenn die Lebenszeichen des Embryos noch vorhanden sind oder bereits fehlen und der Fötus vom Körper abgegeben wird. Im Gegensatz zum drohenden Abort ist der Muttermund geöffnet. Symptome einer beginnenden Fehlgeburt sind starke Blutungen, Krämpfe im Unterleib oder im Rücken – ausgelöst durch die Muskelaktivität der Gebärmutter.

Verläuft ein beginnender Abort im medizinischen Sinne „vollständig“, bleiben fetales Gewebe oder die Plazenta im Körper zurück. Finden sich allerdings noch Gewebe-Spuren im Uterus, handelt es sich um einen „unvollständigen Abort“, dessen Fragmente in der Regel operativ entfernt werden müssen.

 

Diagnostik und Prävention eines erhöhten Fehlgeburtsrisikos

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind eine essenzielle Voraussetzung, um das Fehlgeburtsrisiko zu senken. Einige Fehlgeburten lassen sich auf diese Weise erfolgreich vermeiden, wenn auch nicht immer. Nehmen Sie die Termine immer wahr und bitten Sie um zusätzliche Termine, sollten Sie sich unsicher fühlen oder wenn Sie Unregelmäßigkeiten feststellen. Lieber einmal mehr als einmal zu wenig.

Ein Fehlgeburtsrisiko kann durch gynäkologische Untersuchungen, Bluttests, Abstriche oder Ultraschalluntersuchungen diagnostiziert und mit entsprechenden Behandlungen oder Therapien teilweise deutlich minimiert werden.
 

Infektionen und Krankheiten erkennen

Mittels Blutuntersuchung kann sowohl die Konzentration des Gelbkörperhormons (Progesteron) als auch des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin), ermittelt werden. Darüber hinaus bestimmte Entzündungs-, Infektions- sowie Immunparameter, die auf ein Fehlgeburtsrisiko hinweisen. Dazu zählen auch Werte der Schilddrüse, der Blutgerinnung, für den Zuckerstoffwechsel (Check auf Diabetes) oder Autoimmunerkrankungen. Mit einer medikamentösen Therapie können ein Progesteronmangel sowie viele dieser Erkrankungen oder Dysfunktionen wirksam behandelt werden.
 

Gebärmutter, Eierstöcke und Baby im Blick

Per Ultraschalluntersuchungen lassen sich unter anderem Myome, Verwachsungen der Gebärmutter, Fehlbildungen der Eierstöcke oder Veränderungen der Länge des Gebärmutterhalses (Zervix) diagnostizieren. Nach entsprechendem Befund können bei nicht schwangeren Frauen operative Eingriffe helfen, das zukünftige Risiko für eine Fehlgeburt zu senken. Bei Frauen, die bereits schwanger sind, dienen regelmäßige Ultraschall-Vorsorgetermine der Überwachung einer Schwangerschaft – vor allem, um Risikoschwangerschaften wie beispielsweise eine Mehrlingsschwangerschaft sicher im Blick zu haben.

Tastbefunde waren zwar früher häufiger, sind aber auch heute noch ein probates Mittel der Diagnostik. Während der Geburt ertasten Hebammen die Rückbildung des Muttermundes, um die Geburt adäquat begleiten und voraussagen zu können. Zur genauen Beurteilung der Zervix ist jedoch eine Ultraschalluntersuchung erforderlich, diese kann mit entsprechenden Therapien wie der Progesteron-Substitution wirksam stabilisiert werden.

Bei entsprechender Diagnose oder Veranlagung können auch Bettruhe oder Arbeitsverbot geeignete Maßnahmen sein.
 

Stimmt der genetische Bauplan?

Genanalysen – per Abstrich oder Blutuntersuchung – können helfen, wiederholte Fehlgeburten zu vermeiden. Hier erstellt die Ärztin oder der Arzt ein sogenanntes Karyogramm (Chromosomenanalyse) von Mutter und Vater, um festzustellen, ob Genveränderungen bei einem Elternteil die Fehlgeburt verursachten. Paare mit bisher unerfülltem Kinderwunsch, bei denen Anomalien erkannt wurden, unterstützt daraufhin die Präimplantationsdiagnostik (PID): Hierbei werden die Eizellen außerhalb des Mutterleibes künstlich befruchtet, kontrolliert und nur die intakten Eizellen wiedereingesetzt.
 

Der Angst die Hand reichen

Psychotherapien oder Sitzungen in Gesprächs- oder Selbsthilfegruppen können Frauen oder Paaren mit vorausgegangenen Fehlgeburten oder Risikoschwangerschaften therapeutisch begleiten, ihnen die Ängste nehmen und das Vertrauen stärken – sowohl in das Leben als auch in eine neue Schwangerschaft.

 

Fehlgeburtsrisiko senken – Das können Sie selbst tun

Auch wenn viele Fehlgeburten Ursachen haben, die sich nicht beeinflussen lassen, gibt es Stellschrauben, die Sie selbst in der Hand haben. Ein gesunder Lebensstil ist kein Versprechen, dass nichts passiert, aber er kann dabei helfen, vermeidbare Risiken zu reduzieren und Ihren Körper in der Schwangerschaft bestmöglich zu unterstützen. Wichtig dabei: Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein stabiles, alltagstaugliches Fundament.
 

Ernährung: So unterstützen Sie Ihren Körper während der Schwangerschaft

Ihr Körper leistet in der Schwangerschaft enorm viel. Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung hilft ihm, diese Aufgabe gut zu bewältigen. Als einfache Orientierung gilt: möglichst frisch, vielfältig und wenig verarbeitet.

Diese Lebensmittel sind eine gute Basis, um das Fehlgeburtsrisiko zu senken:

  • Gemüse und Obst (gern bunt und abwechslungsreich)
  • Vollkornprodukte wie Hafer, Vollkornbrot, Naturreis
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen)
  • Nüsse und Samen (z. B. Walnüsse, Leinsamen)
  • Hochwertige Pflanzenöle wie Oliven- oder Rapsöl
  • Eiweißquellen wie gut durchgegarter Fisch, Eier, Milchprodukte oder passende pflanzliche Alternativen

Sie müssen dafür keinen strikten Ernährungsplan einhalten. Entscheidend ist das Gesamtbild: Je frischer und weniger verarbeitet Ihre Ernährung ist, desto besser. Stark verarbeitete Produkte, sehr zucker- oder fettreiche Snacks sowie große Mengen rotes oder verarbeitetes Fleisch sollten eher Ausnahmen bleiben.

Wichtig: Vergessen Sie dabei nicht die Lebensmittelsicherheit, denn Infektionen können eine Schwangerschaft belasten.
 

Nahrungsergänzung: Ergänzen Sie gezielt statt pauschal

Bei Nahrungsergänzungsmitteln lohnt sich ein besonnener Blick: Nicht alles, was angeboten wird, ist automatisch sinnvoll. Am besten belegt ist Folsäure. Die Empfehlung liegt hier bei 400 µg Folsäure täglich, idealerweise schon vor der Empfängnis bis zum Ende des ersten Trimesters, um das Fehlgeburtsrisiko zu senken.

Alles Weitere sollte individuell entschieden werden. Ob Sie zusätzlich Jod, Vitamin D, Eisen oder Omega-3-Fettsäuren benötigen, hängt von Ihrer Ernährung, Ihren Blutwerten und möglichen Vorerkrankungen ab. Klären Sie den Schritt zu Nahrungsergänzungsmitteln immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. So vermeiden Sie Präparate „auf Verdacht“ und bekommen eine Empfehlung, die wirklich zu Ihnen passt.
 

Alltag: Diese Faktoren können Sie konkret beeinflussen

Wenn es um Lebensstil geht, wirken oft die Klassiker am stärksten. Drei Bereiche sind besonders relevant, um das Fehlgeburtsrisiko zu senken:

  • ausreichend Bewegung
  • Verzicht auf Rauchen und Alkohol
  • Stress vermeiden

In unkomplizierten Schwangerschaften ist Bewegung ausdrücklich sinnvoll. Sie unterstützt Kreislauf, Stoffwechsel und Wohlbefinden. Gute Optionen sind beispielsweise Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren (ohne Sturzrisiko) oder auch Yoga oder sanfte Gymnastik. Waren Sie vorher sportlich aktiv, können Sie meist angepasst weitermachen. Bei neuen oder intensiveren Sportarten hilft eine kurze ärztliche Rücksprache, damit Sie sich sicher fühlen.

Rauchen ist ein vermeidbarer Risikofaktor. Ein Rauchstopp vor oder spätestens zu Beginn der Schwangerschaft zählt zu den wichtigsten Schritten, um Belastungen zu reduzieren. Alkohol kann bereits in kleinen Mengen riskant sein. Die Empfehlung ist deshalb eindeutig: vollständig verzichten, sobald Sie schwanger sind oder erst noch schwanger werden möchten.

Stress lässt sich nicht komplett vermeiden, aber er darf ernst genommen werden. Dauerhafte Überlastung kann das körperliche und seelische Gleichgewicht beeinflussen. Was vielen hilft sind ausreichend Schlaf, regelmäßige Pausen, leichte Bewegung, Gespräche mit nahestehenden Menschen und bei Bedarf professionelle Unterstützung.

Sie können nicht alles kontrollieren, aber Sie können Ihrem Körper gute Voraussetzungen geben. Und genau darum geht es bei einem gesunden Lebensstil in der Schwangerschaft.
 

Fehlgeburtsrisiko senken mit Progesteron

In den letzten Jahren verbuchten Therapien mit Progesteron signifikante Erfolge in der Prävention von Fehlgeburten bei Frauen, die bereits in der Vergangenheit mindestens eine Fehlgeburt hatten und bei denen in der neuen Schwangerschaft eine vaginale Blutung auftrat. So zeigten Ergebnisse einer Studie in Großbritannien eine signifikante Erhöhung der Geburtenrate durch den Einsatz von Progesteron bei Frauen, die mehr als drei Aborte erlitten hatten und eine erneute Blutung in der Frühschwangerschaft hatten.

Sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin oder Ihren Gynäkologen, inwieweit Progesteron für Sie infrage kommen kann.
 

In der Frühschwangerschaft

Ursache für wiederholte Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft kann unter anderem ein Progesteronmangel sein. Bei einem Progesteronmangel, häufig ausgelöst durch eine Lutealphaseninsuffizienz, produziert der Körper nicht ausreichend Progesteron. Für Entstehung und Erhalt einer Schwangerschaft ist Progesteron jedoch essenziell. Der Hintergrund: In der zweiten Zyklusphase steigert das Progesteron die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut und schafft damit ideale Bedingungen für die Einnistung einer befruchteten Eizelle. Nach einer geglückten Befruchtung erhält es die Schwangerschaft.

In den ersten sieben bis neun Wochen der Schwangerschaft sorgt hauptsächlich der sogenannte Gelbkörper für die Progesteron-Produktion. Ab circa der 7. bis 9. Woche übernimmt die Plazenta Schritt für Schritt diese wichtige Aufgabe und ab circa der 11. bis 12. Schwangerschaftswoche übernimmt sie allein den Progesteron-Versorgung. Dieser Übergang – auch luteoplazentarer Shift genannt – erfolgt über mehrere Wochen, der Zeitpunkt ist bei jeder Frau individuell unterschiedlich. In dieser sensiblen Phase kann es vermehrt zu Fehlgeburten kommen, wenn der Gelbkörper bereits zu wenig und die Plazenta noch nicht ausreichend Progesteron produziert.

Fehlt Progesteron, ist eine Schwangerschaft entweder unmöglich, da die Gebärmutterschleimhaut zu instabil ist, um die befruchtete Eizelle aufzunehmen oder die Schwangerschaft bricht in der Frühschwangerschaft ab. In einer großen Studie konnte gezeigt werden, dass durch die vaginale Gabe von natürlichem Progesteron das Risiko für eine wiederholte Fehlgeburt um bis zu 7 Prozent gesenkt werden konnte.

Der Progesteronspiegel lässt sich unkompliziert durch einen Bluttest ermitteln.
 

Im Verlauf der Schwangerschaft

Neben der Hilfe zur Vermeidung von Fehlgeburten spielt Progesteron auch eine Rolle beim Thema Prävention von Frühgeburten. Ursache für eine Frühgeburt in einem späteren Stadium der Schwangerschaft kann ein verkürzter Gebärmutterhals sein. Die Verkürzung des Gebärmutterhalses ist zwar normal, je näher die Geburt rückt. Eine Zervix, die sich jedoch zu früh verkürzt oder bereits vor der Schwangerschaft als verkürzt diagnostiziert wurde, kann eine Schwangerschaft gefährden. Einerseits durch Destabilisierung des Fötus in der Gebärmutter, andererseits indem sie Bakterien und Keimen den Weg ebnet.

Bei wiederholter Frühgeburt aufgrund eines verkürzten Gebärmutterhalses oder einer vorzeitigen Verkürzung der Zervix während der Schwangerschaft kann Progesteron das Frühgeburtsrisiko senken und die Aktivitäten der Gebärmutter hemmen.

Die Darreichungsformen von Progesteron reichen von Kapseln, über Injektionen, bis hin zu Progesteroncreme oder Progesteron-Gel – allerdings sind die verschiedenen Applikationsformen nicht alle für dieselben Anwendungsgebiete zugelassen. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen in Bezug auf Anwendungen im Rahmen einer Schwangerschaft u. a. eine vaginale Progesteronanwendung, z. B. mit Progesteronkapseln. Obwohl von außen zugeführtes Progesteron als bioidentisches Hormon meist gut verträglich ist, ist es immer nur in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt anzuwenden, da die Dosierung sowie Anwendungsdauer je nach Befund und Anwendungsgebiet variieren.

 

Kann Progesteron Ihnen helfen?

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Fehlgeburtsrisiko senken – Sie können einiges tun, aber nicht alles

Fehlgeburten beenden das Leben, bevor es beginnt. Und sie verändern das Leben derer, die Leben geben wollten. Es gibt keinen allgemeinen Schutz gegen eine Fehlgeburt und die Gründe bleiben in vielen Fällen unklar. Eine Fehlgeburt bringt Schmerz, viele Fragen und vielleicht auch Angst, aber in manchen Fällen auch Hoffnung.

Eine Fehlgeburt kann immer und jeder Frau passieren. Quälen Sie sich nicht mit Schuldgefühlen und sprechen Sie über Ihre Trauer. Fehlgeburten sind kein Tabu-Thema mehr. Viele Prominente gehen in diesem Sinne voraus und teilen ihre Erfahrungen sogar öffentlich.

Holen Sie sich Unterstützung, sowohl von liebevollen Freunden als auch von professionellen, psychologischen Beratungsangeboten, anderen Betroffenen oder Selbsthilfegruppen. Eine offene und umfassende Verarbeitung dieses Erlebnisses ist auch eine Grundlage für eine positive Zukunft und eine neue Schwangerschaft.

Nehmen Sie würdig Abschied, trauern Sie in Ruhe, etablieren Sie trostgebende Rituale und bedenken Sie, dass Ihr Partner womöglich anderes trauert als Sie selbst.

Sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen über Ihre Empfindungen und Sorgen, wenn Sie über eine erneute Schwangerschaft nachdenken und besonders wenn Sie wieder schwanger sind.

Ein dichtes Netz ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen, wirksame medizinische Therapien der Fehlgeburtsprävention ebenso wie

  • ein gesunder Lebensstil ohne Stress oder Belastungen,
  • eine nährstoffreiche und ausgewogene Ernährung sowie
  • viel Bewegung oder mäßiger Sport

begleiten riskante Schwangerschaften und helfen, das Fehlgeburtsrisiko zu senken und Leben zu erhalten.

 

Häufige Fragen rund ums Thema Fehlgeburtsrisiko senken

Viele Fragen rund um Fehlgeburten sind ganz normal. Die folgenden Antworten greifen die häufigsten Unsicherheiten auf und geben Ihnen eine erste Orientierung, wie Sie das Fehlgeburtsrisiko senken können. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, können aber helfen, Zusammenhänge besser einzuordnen.

  1. Was ist eine Fehlgeburt genau?

    Von einer Fehlgeburt (Abort) spricht man, wenn eine Schwangerschaft endet, bevor das Kind lebensfähig ist, also vor der 24. Schwangerschaftswoche (SSW). Frühaborte passieren vor der 13. SSW, Spätaborte zwischen der 14. und 23. SSW.

  2. Wie häufig sind Fehlgeburten?

    Fehlgeburten sind leider nicht selten. 50 bis 70 Prozent passieren sehr früh und unbemerkt, noch bevor eine Schwangerschaft offiziell festgestellt wird. Von klinisch bestätigten Schwangerschaften enden etwa 12 bis 15 Prozent in einer Fehlgeburt.

  3. Ab wann sinkt das Fehlgeburtsrisiko?

    Das Risiko ist in den ersten Wochen am größten und nimmt dann deutlich ab. Vor der 4. SSW sind viele Aborte unbemerkt, ab der 8. bis 9. Woche sinkt das Risiko auf etwa 9,4 Prozent und liegt ab der 10. Woche nur noch bei ungefähr 0,5 Prozent.

  4. Warum passieren Fehlgeburten so oft in der Frühschwangerschaft?

    In rund 80 Prozent der „naturbedingten“ Frühaborte liegen Chromosomenstörungen beim Embryo vor. Der Körper bricht die Entwicklung dann nach einem biologischen „Alles-oder-nichts-Prinzip“ ab.

  5. Welche Ursachen kann eine Fehlgeburt haben?

    Die Ursachen sind vielfältig. Dazu zählen unter anderem genetische Auffälligkeiten, Einnistungsstörungen, Fehlbildungen oder Myome der Gebärmutter, Gelbkörperschwäche (Lutealphaseninsuffizienz), Infektionen, Gerinnungsstörungen, Autoimmunerkrankungen sowie hormonelle Störungen wie Schilddrüsendysfunktionen oder Diabetes.

  6. Welche Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt?

    Ein höheres Risiko kann z. B. bestehen bei vorausgegangenen Fehlgeburten, Mehrlingsschwangerschaften, höherem Alter der Mutter und des Vaters, bestimmten Medikamenten, Alkohol- oder Nikotinkonsum sowie starkem psychischem Stress.

  7. Woran erkenne ich eine drohende Fehlgeburt?

    Mögliche Warnzeichen sind starke Blutungen oder Schmierblutungen, Unterleibsschmerzen oder Ziehen, Rückenschmerzen und Fieber. Wichtig: Nicht jede Blutung bedeutet automatisch eine Fehlgeburt, sie sollte aber immer abgeklärt werden.

  8. Was sollte ich tun, wenn Blutungen oder starke Schmerzen auftreten?

    Gehen Sie bitte sofort zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder direkt ins Krankenhaus. Je früher abgeklärt wird, was hinter den Beschwerden steckt, desto besser kann gegebenenfalls reagiert werden.

  9. Was kann ich tun, um eine Fehlgeburt zu vermeiden?

    <p>
       Sie können eine Fehlgeburt nicht vollständig vermeiden. Viele Ursachen liegen außerhalb Ihres Einflusses. Dennoch können ein gesunder Lebensstil, eine gute Versorgung mit Nährstoffen und eine engmaschige ärztliche Betreuung helfen, das Fehlgeburtsrisiko zu senken.
    </p>

  10. Welche Untersuchungen können ein erhöhtes Risiko aufdecken?

    Zur Abklärung gehören je nach Situation gynäkologische Untersuchungen, Ultraschall, Bluttests (zur Bestimmung von Werten für z. B. Progesteron, hCG, Schilddrüsenhormone, Gerinnungs-, Zuckerstoffwechsel- und Immunparameter) sowie Abstriche. Bei wiederholten Fehlgeburten können auch genetische Tests sinnvoll sein.

  11. Wie geht es nach einer Fehlgeburt weiter?

    Eine Fehlgeburt ist körperlich und seelisch belastend. Geben Sie sich Zeit zu trauern und holen Sie sich Unterstützung, beispielsweise im privaten Umfeld oder durch psychologische Beratung bzw. Selbsthilfegruppen. Auch die ärztliche Nachsorge und ein Gespräch über eine mögliche nächste Schwangerschaft können Ihnen helfen, wieder Sicherheit zu finden.

Risiko Fehlgeburt: Kann Progesteron Ihnen helfen?

Unser Selbsttest orientiert sich an den Empfehlungen von medizinischen Fachgesellschaften zur Anwendung von Progesteron, um das Risiko von Fehlgeburten zu reduzieren. Finden Sie jetzt heraus, ob eine Progesteronanwendung für Sie sinnvoll sein kann.

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