Leicht erklärt: Kinderwunsch
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Progesteron während der Schwangerschaft

Das hauptsächliche Zielorgan von Progesteron ist die Gebärmutter. Nach dem Eisprung setzt der übriggebliebene Gelbkörper (Corpus luteum) Progesteron frei und sorgt dafür, dass sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann und die Schwangerschaft bestehen bleibt. Im Verlauf einer Schwangerschaft übernimmt dann die ausgereifte Plazenta diese Aufgabe. Die Bestimmung der Progesteronkonzentration im Blut wird daher standardmäßig bei den Laboruntersuchungen während der Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt. Da Progesteron eine stabilisierende Wirkung auf die Schwangerschaft hat, wird es von manchen Ärzten auch vorbeugend bei einem hohen Risiko für Früh- oder Fehlgeburten eingesetzt oder wenn diese bereits wiederholt aufgetreten sind.

Progesteron in der Kinderwunschbehandlung

Entscheidet sich ein Paar für eine Kinderwunschbehandlung, erfolgt häufig eine medikamentöse Anregung der Eierstöcke, um befruchtungsfähige Eizellen zu gewinnen. Diese Prozedur kann dazu führen, dass die wichtige Gelbkörperphase, in welcher körpereigenes Progesteron ausgeschüttet wird, gestört wird. Deshalb wird die Gelbkörperphase nach bestimmten Stimulationsprotokollen routinemäßig zusätzlich durch vaginal verabreichtes Progesteron unterstützt. Hat sich im weiteren Verlauf der Behandlung eine befruchtete Eizelle erfolgreich in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet, setzen die Kinderwunschärzte häufig bis zur 8.–12. Schwangerschaftswoche zusätzlich Progesteron ein. Es soll unter anderem dafür sorgen, dass genügend Progesteron vorhanden ist, um die Gebärmutter ruhig zu stellen.