Die Befürchtung vieler Frauen, nach der Menopause verstärkt an Gewicht zuzunehmen, ist schlichtweg falsch. Der Abfall der Hormone verändert jedoch die Verteilung des Körperfetts: Das viszerale „Polster“ nimmt zu. Eine Hormontherapie hat keinen negativen Einfluss auf das Gewicht, scheint die ungünstige Umverteilung sogar eher zu bremsen.

Menopause: Das Körpergewicht nimmt nicht zu

Im mittleren Lebensalter nehmen Frauen etwa ein Pfund jährlich zu, resümiert die International Menopause Society nach Sichtung der relevanten Literatur in einem Statement von 2012. Die absolute Gewichtszunahme wird durch nicht-hormonelle Faktoren – unter anderem den Lebensstil – determiniert. Die Zunahme des Fettgewebes und der viszeralen Umschichtung führen die Experten auf den Abfall der Estro­gene nach der Menopause zurück.

Hormontherapie vermindert viszerale Fettzunahme

Anders als weithin angenommen, bewirkt eine Hormontherapie keine Gewichtszunahme. Vielmehr existieren Hinweise darauf, dass eine Hormontherapie die ungünstige Zunahme des abdominalen Fetts vermindern kann.

Eine gute Evidenz, nicht zuletzt als Ergebnis der PEPI-Studie, spricht dafür, dass mikronisiertes Progesteron als Kombinationspartner von Östrogenen optimal für eine längerfristige Hormonersatztherapie geeignet ist.


Fitzpatrick LA, Good A. Micronized progesterone: clinical indications and comparison with current treatments. Fertil Steril. 1999; 72:389-97.

In der dreijährigen randomisiert-kontrollierten PEPI-Studie stieg das Körpergewicht in der unbehandelten Kontrollgruppe nach 36 Monaten um 2,1 kg, im reinen Estrogenarm um 0,7 kg. Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede, ob Estrogen allein oder mit einem Gestagen bzw. Progesteron verabreicht wurde: Unter einer Hormontherapie nahmen die Frauen im Vergleich zur Placebogruppe weniger an Gewicht zu.

Vorbeugen durch Aktivität und bewusste Ernährung

Frauen sollten bereits vor, spätestens aber beim Übergang in die Postmenopause verstärkt auf ihr Gewicht achten. Dazu gehört nicht nur bewusstes Essen, sondern für viele Frauen auch ein höherer Aktivitätsstatus.

Bei bestehender Indikation kann auch eine Hormontherapie hilfreich sein: sie wirkt vermutlich der Verschiebung des Fetts in die viszeralen Depots entgegen, die sich langfristig in einem Wandel von der Birnen- zur Apfelform manifestiert.

Viszerales Fett leistet Zivilisationskrankheiten Vorschub

Ohne Kontrolle des viszeralen Fetts erhöht sich das Risiko für metabolische Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.