Die kombinierte Hormontherapie vermindert das Risiko einer Osteoporose erheblich. Auch Knochenfrakturen werden signifikant reduziert. Der Schutz wird in erster Linie von Estrogenen bewirkt. Aber auch Progesteron kann vermutlich die Skelett-Physiologie positiv beeinflussen.

Beim Erhalt der Knochendichte – das Ergebnis von Ab-, Um- und Aufbauvorgängen – sind die weiblichen Sexualhormone direkt und indirekt wesentlich beteiligt. Als antiresorptive Substanzen hemmen Estrogene vor allem die Knochenresorption durch Osteoklasten. Im Mono-Arm der Women´s Health Initiative (WHI) ist – ebenso wie im kombinierten Arm – ein signifikant vermindertes Frakturrisiko nachgewiesen worden.

Zusätzlich zu Estrogenen dürfte Progesteron beim Skelettknochen eine Rolle spielen. Wie in anderen Geweben besteht auch bei der Knochenbildung ein Synergismus mit Estrogenen, die Progesteron-Rezeptoren induzieren. Die Differenzierung humaner Osteoblasten bei perimenopausalen Frauen ist abhängig von Progesteron in physiologischen Konzentrationen. Supraphysiologische Werte hemmen diese knochenaufbauenden Zellen. In der Postmenopause wiederum zeigt eine Meta-Analyse den Zusatznutzen einer kombinierten Hormontherapie: Bei alleiniger Estrogengabe wurde ein Zuwachs an Knochendichte um 1,3 Prozent erhoben. In Kombination mit Gestagenen zeigte sich ein nochmaliges „Plus“ von 0,4 Prozent.

In der Hormonersatztherapie kann die transdermale Verabreichung von Estradiol und die Verwendung von natürlichem Progesteron einen relevanten Nutzen und zusätzliche Sicherheit bieten.


L’Hermite M, Simoncini T, Fuller S, Genazzani AR. Could transdermal estradiol + progesterone be a safer postmenopausal HRT? A review. Maturitas. 2008; 60:185-201.

Korrelation zwischen Knochenmetabolismus und Ovulation

Die Verbindung von Progesteron mit der Knochendichte ist noch nicht völlig entschlüsselt. Der Vergleich von ovulatorischen und anovulatorischen Zyklen bildete die Grundlage für die Hypothese: Unter den höheren Progesteronspiegeln in der Lutealphase ovulatorischer Zyklen resultierte eine verstärkte Knochenbildung und ein verminderter Knochenabbau. Bei anovulatorischen Zyklen oder verkürzter Lutealphase nahm laut einer Meta-Analyse die Knochendichte hingegen um 0,7% pro Jahr ab.

Dabei ist nicht klar, ob und in wieweit Progesteron per se die Zunahme der Knochendichte vermittelt. Der luteale Progesteronanstieg könnte auch ein Marker sein für Mechanismen, die mit der Ovulation zusammenhängen und die Physiologie des Skeletts beeinflussen.

Die Interimdaten der prospektiven, zweijährigen PEKNO-Studie (perimenopausale Knochendichte und Ovulation) scheinen dies zu bestätigen: Die abnehmende Ovulationsrate in der Perimenopause geht mit einem Verlust an Knochendichte einher.