Das dominierende Einsatzgebiet von Progesteron ist die Hormontherapie bei peri- und postmenopausalen Frauen mit entsprechenden Beschwerden. In der reproduktiven Phase reicht das Spektrum von der Unterstützung der Unterstützung der Lutealphase bei Zyklusunregelmäßigkeiten über den Lutealsupport bei assistierter Reproduktion bis zur Prophylaxe von Frühaborten und Frühgeburten bei Risikoschwangerschaften.

In der Hormontherapie werden Estro­gene unterschiedlicher Art und Applikationsform bei vorhandener Gebärmutter mit Progesteron oder synthetischen Gestagenen kombiniert. Experten sprechen sich zunehmend für den Einsatz der physiologischen Substanzen Estradiol und Progesteron aus.

Sichere Linderung klimakterischer Beschwerden, guter Schutz des Endometriums

Mit der transdermalen Gabe von Estradiol sind klimakterische Beschwerden ebenso erfolgreich zu lindern wie bei der oralen Gabe. Mit der Gelform lässt sich die niedrigste effektive Dosis besser titrieren. Zudem zeigen mehrere Studien, dass bei transdermaler Gabe das Risiko für thromboembolische Ereignisse im Gegensatz zur oralen Anwendung nicht erhöht ist.

Orales mikronisiertes Progesteron scheint in dieser Hinsicht günstiger als die meisten synthetischen Gestagene. Das physiologische Hormon beeinträchtigt das Gerinnungssystem und kardiovaskuläre Risikofaktoren nicht klinisch relevant. Zudem erscheint es sicherer an der Brust. Durch kontrollierte, klinische Studien wurde ein hoher Endometriumschutz dokumentiert.

Gute Wirkung bei Lutealinsuffizienz

In der reproduktiven Phase wird Progesteron vorwiegend bei irregulären Zyklen mit Lutealinsuffizienz eingesetzt. Eine Corpus-luteum-Insuffizienz entsteht regelmäßig bei ovarieller Stimulation im Rahmen der assistierten Reproduktion. Hier hat sich die Gabe von vaginalem Progesteron fest etabliert. Durch den first-uterine-pass-effect resultiert eine hohe Bioverfügbarkeit im Endometrium. Die Progesteron-Therapie wird meist bis zur zwölften Schwangerschaftswoche fortgeführt, um das Risiko von Frühaborten durch Progesteronmangel zu minimieren.

Prävention von Frühabort und Frühgeburt

Auch die Gabe von Progesteron zur Prävention von Frühaborten bei Risikopatientinnen ist eine häufige off-label Indikation. Prävention von Frühgeburten bei Patientinnen mit Frühgeburten in der Anamnese und für Schwangere mit verkürzter Zervix in der 22. Schwangerschaftswoche. Weitere Indikationen sind die essentielle zyklische Mastodynie und andere prämenstruelle Symptome.