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Vaskuläre Effekte und Glukosestoffwechsel

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Die einzelnen Gestagene sind sowohl bei den Effekten auf vaskuläre Parameter als auch beim Einfluss auf den Glukosestoffwechsel unterschiedlich zu be­wer­ten. Estro­gen-abhängige erwünschte Wirkungen werden durch manche syn­the­tischen Gesta­gene aufgehoben oder sogar verschlechtert.

Insulinresistenz: MPA und NETA ungünstig

Orales mikronisiertes Progesteron hat bei postmenopausalen Frauen keinen negati­ven Einfluss auf den Glukosestoffwechsel. Dies ist auch bei Patientinnen mit prä­exis­tentem nicht-insulinabhängigem Diabetes mellitus gezeigt worden. Gestagene, die sich vom Testosteron ableiten, können dagegen dosisabhängig die Insulinresistenz erhöhen. Aber auch das synthetische Progesteron-Derivat Medroxyprogesteronacetat (MPA) gilt in dieser Hinsicht als eher ungünstig.

Progesteron ohne Nachteile beim Glukosestoffwechsel

Bei symptomatischen postmenopausalen Frauen ist unter der Behandlung mit oralen Estrogenen eine signifikante Reduktion von Neuerkrankungen an Diabetes mellitus nachgewiesen. In der E3N-EPIC-Studie ist dies auch bei transder­ma­ler Applika­tion gezeigt worden. Beim Zusatz synthetischer Gestagene wie etwa Norethisteron­acetat (NETA) wurde dieser erwünschte Effekt dagegen dosisabhängig vermindert.

Reduzierte Zahl neuer Diabetes-Erkrankungen

Im Unterschied hierzu wurden für die Kombination von transdermalem Estradiol mit mikronisiertem Progesteron keine nachteiligen Effekte auf den Glukosestoffwechsel dokumentiert. Für diese Kombination zeigte die E3N-EPIC-Studie eine signifikante Reduktion der Erstmani­festation von Diabetes im Vergleich zu Patientinnen ohne Hormontherapie (HR 0,67).

Vaskuläre Reaktivität bleibt erhalten

Nicht nur bei den Folgeerkrankungen des Diabetes, sondern generell spielt die vaskuläre Reaktivität eine wichtige Rolle für das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen wie Myo­kardinfarkte. Endogene Estrogene sind mit beteiligt an der Vasodilatation, Gestagene können diese Wirkung modulieren, je nach Typus sogar antagonisieren. Dies ist bei­spielsweise für MPA gezeigt worden. Mikronisiertes Progesteron dagegen beeinträchtigt diese vasodilatativen oder kardio­pro­tek­tiven Effekte der Estrogene nicht: Die Endothel-abhängige Vasodi­lata­tion, die vaskuläre Reaktivität und die arterielle Compliance war bei gesunden postme­no­pau­salen Frauen unter einer sechswöchigen Anwendung von mikronisiertem Proge­steron unverändert.

Bei Tieren und Zellkulturen kardioprotektiv

In Tierversuchen blieb die koronarprotektive and antiatherosklerotische Wirkung der Estrogene durch Progesteron voll erhalten. Unterstützt werden diese Befunde durch Studien in Zellkulturen: Progesteron steigert die Synthese von vasodilatierend und antiinflammatorisch wirkendem Stickstoffmonoxid (NO) und aktiviert die Expression der NO-Synthetase im Endothel. Bei Co-Administration mit Estradiol wurde die Estrogen-induzierte positive Wirkung nicht beeinträchtigt. Im Vergleich dazu reduzierte sich dieser Effekt bei Zugabe von MPA signifikant.

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