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Sicherheit in der Hormontherapie

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Der “Pschyrembel” als wohl bekanntestes klinisches Wörterbuch spricht von Progesteron als dem wichtigsten der natürlichen Gestagene. Mikronisiertes Progesteron ist eine effektive und gut verträgliche Form des Ge­stagenzusatzes bei der Hormontherapie symptomatischer peri- und post­me­nopausaler Frauen. Kombiniert mit transdermalem Estradiol resultiert eine hohe Sicherheit hin­sichtlich Thrombose- und Brustkrebsrisiko. Die Zahl neuer Diabetesfälle wird reduziert.

Neutrale Wirkung auf Stoffwechsel und kardiovaskuläres System

Die Ergebnisse der publizierten Studien zeigen minimale oder keine Veränderungen im Lipidprofil, Blutdruck und Kohlehydrat-Stoffwechsel unter einer Behandlung mit oralem oder vaginalem mikronisierten Progesteron. Dieses Sicherheitsprofil kontrastiert mit den beschriebenen negativen Effekten man­cher synthetischen Gestagene – einschließlich unerwünschter Wirkungen auf den Lipidmetabolismus und die Glukosetoleranz. Verschiedene Studien, unter anderem die dreijährige prospektive PEPI-Studie, weisen im Vergleich mit Medroxypro­geste­ron­acetat (MPA) ein signifikant günstigeres metabolisches Profil für Progeste­ron aus. Vaskuläre Wirkungen der Gestagene gelten als wichtige Faktoren beim arteriellen Risiko der Hormontherapie. Progesteron schwächt die erwünschte Gefäßerweiterung durch Estrogene nicht ab – ein Pluspunkt bei der Prophylaxe kardiovaskulärer Er­kran­kungen.

Positiv in die Waagschale fällt zudem die signifikant reduzierte Zahl neuer Diabe­tesfälle unter der Kombination mit Estradiol. Sowohl Diabetes als auch Hyper­tonie und ungünstiges Lipidprofil leisten einem Herzinfarkt Vorschub. Mit nied­rig­do­sier­tem transdermalem Estradiol erhöht sich wahrscheinlich auch das Hirnin­sultrisiko nicht.

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Thromboserisiko nicht relevant beeinflusst

Das Thromboserisiko steigt unter einer oralen Hormontherapie speziell im ersten Jahr signifikant an. Gefährdet sind vor allem prädisponierte Frauen und überge­wich­tige Patientinnen. Für das erhöhte Risiko unter Hormontherapie ist in erster Linie der First-pass-Effekt bei der Metabolisierung oraler Estrogene verantwortlich. Dies wird bei der transdermalen Estradiol-Gabe umgangen. Zusätzlich spielt die Wahl des Ge­stagens eine Rolle, wie verschiedene französische Studien ausweisen: Die Kombination transder­malen Estradiols mit mikronisiertem Progesteron er­höht das Risiko für thrombo­embo­lische Zwischenfälle nicht und erwies sich als sichere Verbindung.

Höhere Sicherheit an der Brust

Seit der Women´s Health Initiative (WHI) gelten Gestagene als mitverantwortlich für das erhöhte Brustkrebsrisiko unter einer Hormontherapie. Offensichtlich bestehen dabei jedoch Unterschiede zwischen den Gestagen-Typen. Synthetische Gestagene wie MPA und Norethisteron (NETA) stimulieren Brustkrebs­zellen in vitro bei alleiniger Zugabe und auch gemeinsam mit Estrogenen. Mikroni­sier­tes Progesteron dagegen zeigt – allein oder in Kombination – einen antiproli­fera­tiven oder neutralen Effekt. Eine hohe Sicherheit von transdermalem Estradiol in Verbindung mit mikronisiertem Progesteron ist in der E3N-Studie in Frankreich dokumentiert: In der prospektiven Kohortenstudie mit fast 70.000 Frauen und einer mittleren Dauer der Hormontherapie über 5,5 Jahre nahm das Brustkrebsrisiko bei Kombination mit synthetischen Gesta­genen signifikant zu. In Verbindung mit mikronisiertem Progesteron wurde dagegen kein Anstieg dokumentiert. Die höhere Sicherheit im Vergleich zur WHI-Kombination (orale konjugierte Estrogene plus MPA) belegt zudem eine schwe­dische Studie mit Material aus Brustbiopsien von Frauen, die über zwei Behandlungszyklen (2 x 28 Tage) Hormonkombinationen angewandt hatten: Anhand von Wachstumsmarkern wurde unter der WHI-Kombination eine signifikant stärkere Proliferation des Brustepithels nachgewiesen im Vergleich zu Estradiolgel und mikronisiertem Progesteron, deren Anwendung nicht mit einer signifikanten Steigerung der Proliferation einherging.

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