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Wirkungen

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Die zentrale Funktion von Progesteron ist die Vorbereitung des Uterus auf eine Schwan­gerschaft und der Erhalt der Gravidität. Progesteron-Rezeptoren sind – neben Ovar und Uterus – in zahlreichen Organsystemen vorhanden. Dies er­klärt die vielfältigen Wirkungen des Gelbkörperhormons.

Wirkung auf reproduktive Organe

Im hormonellen Zyklus übt Progesteron eine wichtige Funktion bei der Regulation der Gonadotropine aus. Das Gelbkörperhormon bewirkt die Transformation zum sekre­to­rischen Endometrium. Progesteron „lockt“ im Eileiter die Spermatozoen zur be­fruch­tungsfähigen Eizelle und ermöglicht die Implantation der Eizellen im Endometrium. Die Schwan­gerschaft wird durch Progesteron aus dem Corpus luteum aufrechterhalten, bis die Placenta diese Funktion übernimmt.

Differenzierung der Brustdrüsen

Progesteron ist an der Entwicklung der Brustdrüsen beteiligt. Das Gelbkörperhormon fördert die lobulär-alveolare Ent­wicklung, insbesondere die terminale Differenzierung in der Schwangerschaft in Vorbereitung auf die Laktation. Progesteron supprimiert die Synthese der Milch­proteine vor der Entbindung.

Zentralnervöse Wirkungen

Über neuroaktive Metaboliten, die bei der ersten Leberpassage entstehen, beein­flusst das Gelbkörperhormon die Psyche. Mit der abendlichen oralen Gabe von Progesteron wird die sedierende Wirkung bei klimakterischen Frauen mit Ein­schlaf­prob­lemen genutzt.

Für die Familienplanung praktisch wichtig ist die Stimulation des Wärmezentrums im Hypothalamus: Pro­gesteron steigert über neuroaktive Metabolite die Körper­tem­pe­ra­tur um 0,4 bis 0,6 Grad Celsius. Dieses Phäno­men wird bei der Messung der Basal­temperaturkurve genutzt. Der Anstieg der morgendlichen Temperatur liefert einen guten Hinweis dazu, ob es sich um einen ovulatorischen Zyklus handelt.

Neuroprotektion und -regeneration

Das zentrale Nerven­system ist ein wichtiges Zielorgan für Progesteron. Die vielfäl­ti­gen Effekte reichen von der anxiolytischen und sedierenden Wirkung bis zur Neu­ropro­tek­tion und – über promye­linisierende Effekte – zu Neuroregeneration. Die neu­ro­aktiven Metabolite modulieren vielfätige Gehirn­funk­­tionen: Belohnungsverhalten, Stressreak­tionen, Stimmung, Kognition. In Tiermodellen beeinflusst Progesteron das Sexual­ver­halten. Beim Menschen sind Erkenntnisse hierzu limitiert.

Sicherer Partner in der Hormontherapie

In der Hormontherapie wird Progesteron als Kombinationspartner von Estra­diol wegen seiner gefäß- und stoffwechselneutralen Wirkung bevorzugt einge­setzt. Dies bietet – nicht nur – bei Risiko-Patientinnen eine höhere Sicherheit. Pro­ge­steron schmälert nicht die positiven Effekte des Estradiols auf Gefäße. Es ver­ändert die Glukosetoleranz nicht negativ wie viele synthetische Gestagene. Das trifft auch auf den Lipidstoffwechsel zu.

Positiv zu bewerten sind die antimineralokortikoiden Eigenschaften des Progesterons bei der urinären Natrium-Ausscheidung. Die verminderte Reabsorption in den Nieren­tubuli entspricht einer milden diuretischen Wirkung. Am Knochen wirkt Progesteron synergistisch mit Estrogenen und stimuliert Osteo­blasten.

Artikel

Zentrales Nervensystem (ZNS)

Progesteron wirkt nicht nur auf Uterus und Ovarien. Auch das zentrale Nerven­system (ZNS) ist ein wichtiges Zielorgan. Die Effekte sind vielfältig und reichen von anxiolytischer und sedierender Wirkung bis zur Neuroprotektion und – über promye­linisierende Effekte – zu Neuroregeneration.

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Osteoporose

Die kombinierte Hormontherapie vermindert das Risiko einer Osteoporose erheblich. Auch Knochenfrakturen werden signifikant reduziert. Der Schutz wird in erster Linie von Estrogenen bewirkt. Aber auch Progesteron kann die Skelett-Physiologie positiv beeinflussen.

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Stoffwechsel

Progesteron ist ein „stoffwechselneutrales“ Hormon. Anders als viele synthe­tische Gestagene vermindert es die Glukosetoleranz nicht. Progesteron hat keinen ungünstigen Einfluss auf Blut­fette, Gerin­nungs­- und Entzündungs­parameter. Der Blutdruck wird bei Gesunden nicht beeinflusst, bei Hypertonikern jedoch vermindert. Bei der Behandlung von Wechseljahres-Beschwerden – dem Haupt-Indikationsgebiet von Progesteron - kommt es auf eine möglichst hohe Sicherheit der einge­setz­ten Hor­­mone an. Dies gilt vor allem – aber nicht nur – bei Risikopatientinnen. Die physio­logischen Substanzen zeichnen sich dabei durch besondere Vorteile aus.

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Sexualhormon und abhängige Organe

Die physiologischen Funktionen des Progesterons hängen eng mit der Fort­pflanzung zusammen. Sie setzen an Vagina, Zervix, Endometrium, Myome­trium, den Brust­drüsen und dem zentralen Nervensystem an, um eine Schwan­gerschaft zu etablieren und zu unterhalten. Auf allen verschiedenen Ebenen des reproduktiven Geschehens ist Progesteron als zentraler Mitspieler involviert.

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