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Warum werden Progesteronwerte bestimmt

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Der Serumspiegel von Progesteron wird ganz überwiegend zur Kon­trolle der Lutealfunktion im Rahmen der Sterilitätstherapie bestimmt. Nur relativ selten besteht die Indikation zur Abklärung von Tumoren des Ovars oder einer Blasenmole.

Zu niedrige Werte bei Lutealinsuffizienz

Bei Ovulationsstörungen, Corpus-luteum-Insuffizienz oder Hypogonadismus resultieren niedrige Progesteronwerte. Denn die Bildung des Corpus luteum setzt eine normale Follikelreifung und Ovulation voraus. Signifikante Progesteronmengen finden sich in der reproduktiven Phase erst nach der Ovulation. Die maximale Sekretion wird sechs bis sieben Tage nach dem Ei­sprung erreicht. Bis etwa zum sechsten Tag nach dem ovulatorischen LH-Peak schwanken die Kon­zentrationen nicht wesentlich. Danach können sie – abhängig von den LH-Pulsen – extrem stark variieren. Um den ovulatorischen Zyklus zu überprüfen, werden die Progesteronwerte – seriell oder einzeln bestimmt bis zum siebten postovulatorischen Tag – erhoben und in Kombination mit den Estradiolwerten beurteilt. Bestimmungen nach dem siebten postovulatorischen Tag sind
wenig sinnvoll.

Erhöhte Spiegel bei ovariellen Tumoren und AGS

Eine erhöhte Sekretion von Progesteron ist bei seltenen hormon-produzierenden Tumoren des Ovars (Choriumepithelion, Thekazell- und Lipoidzelltumoren) zu finden und bei den verschiedenen Formen des adrenoge­nitalen Syndroms (AGS).

Progesteronwerte in der Schwangerschaft

In den ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist ein Serumspiegel von mindestens 10 ng/ml notwendig, damit die Schwangerschaft aufrechterhalten wird. Durch das Wachstum der Placenta steigen die Progesteronspiegel nach der zehnten Schwan­ger­schaftswoche steil an. Die Werte gegen Ende der Schwan­gerschaft liegen etwa zehnmal höher liegen als zu Beginn. Um eine Früh­schwangerschaft zu beurteilen, eignen sich Progesteron, Estradiol und hCG zusam­men mit der Sonographie.
In der Schwangerschaft sind folgende Werte normal:
1. Drittel: 2,8 bis 147,3 ng/ml
2. Drittel: 22,5 bis 95,3 ng/ml
3. Drittel: 27,9 bis 242,5 ng/ml

Die Progesteron-Spiegel sind bei Mehrlingsschwangerschaften höher als bei Schwangerschaften mit nur einem Fetus.