Merkliste

0 Artikel auf der Merkliste

  • Sie haben noch keine Artikel auf Ihrer Merkliste

Progesteron und Schwangerschaft

Loading

Progesteron und Schwangerschaft sind eng miteinander verknüpft. Progesteron ist essentiell für den Eintritt einer Schwangerschaft und ihren Erhalt. Bei primärer und sekundärer Lutealinsuffizienz ist die exogene Gabe unabdingbar zum Erhalt der Frühschwangerschaft. In stimu­lierten Zyklen ist sie Standard, bei Risiko-Patientinnen für Frühgeburten sinnvoll.

Progesteron hat vielfältige Aufgaben im Uterus und den Ovarien:

  • Förderung der Eizellreifung
  • Modulation der zyklischen Transformation des Endometriums
  • Regulation der sekretorischen Umwandlung
  • Förderung der Implantation
  • Erhalt der Frühschwangerschaft
  • Förderung des Uteruswachstums
  • Hemmung myometrialer Kontraktionen

Aus den Granulosazellen bildet sich nach Follikelruptur und Ovulation das Cor­pus luteum. Es ist verantwortlich für die Sekretion von Progesteron und Estradiol in der zweiten Zyklusphase. Bei Befruchtung der Eizelle und Implantation wächst es und trägt die Schwangerschaft über die ersten zwei bis drei Monate. Wenn die Placenta die Biosynthese von Progesteron über­nimmt, bildet es sich langsam zurück.

Komplexe Regulation der Progesteronbildung

Die Progesteronbildung des Corpus luteum ist primär abhängig vom Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH). Regulierend wirken eine Reihe von Faktoren: FSH, Prolaktin, Prostaglandine, ß-adrenerge Substanzen und autokrine sowie parakrine Wachstumsfaktoren. Im komplexen Zusammenspiel inhibiert Aktivin die Pro­ge­steron-Sekretion, Follistatin aus Granulosazellen wiederum bindet Aktivin.

Progesteron bei Lutealinsuffizienz

Bei primärer isolierter und sekundärer Corpus-luteum-Insuffizienz ist die Gabe von Progesteron etabliert. Bei stimulierten Zyklen im Rahmen der assistierten Repro­duktion tritt regelhaft eine Lutealinsuffizienz auf. Diese ist durch die prophylakti­sche Gabe von mikroni­siertem Progesteron zu beheben. Dadurch erhöht sich die Schwan­gerschafts­rate signifikant, wie eine Cochrane-Arbeit ausweist.
Weitere Informationen finden Sie unter „IVF/Kinderwunsch

Substitution der Frühschwangerschaft

Die Applikation beginnt spätestens zum Zeitpunkt des Embryotransfers und sollte zumindest bis zum Schwangerschaftstest erfolgen. Verläuft dieser positiv, geben die  meisten Zentren Progeste­ron weiter bis zum sonographischen Nachweis einer intak­ten intrauterinen Schwangerschaft.

Bei Frauen mit habitueller Abortneigung und Lutealinsuffizienz resultiert durch die prophylaktische Progesterongabe eine signifikant vermin­derte Rate an Fehlgeburten.

Drohende Frühgeburt vermeiden

Während der Schwangerschaft ist die Progesteron-Produktion der Placenta ein wichtiger Faktor bei der Aufrechterhaltung der Gravidität. Ein Abfall des Gelbkör­perhormons leitet die Wehen ein – die Rationale für die Prävention bei drohender Frühgeburt.

Frühgeburten sind die Hauptursachen für die perinatale Morbidität und Mortalität. Die langfristige Prophylaxe mit Progesteron vermindert dieses kindliche Risiko bei Frau­en mit vorangegangenen Frühgeburten signifikant. Dies gilt speziell bei verkürzter Zervix im zweiten Trimenon:

Unterstützend wirkt Progesteron bei der Behandlung vorzeitiger Wehen, wobei akut höhere Mengen eingesetzt werden (400 mg oral oder vaginal).

Progesteron ist – zum Teil dosisabhängig – für schwangerschafts-typische Veränderungen verantwortlich:Zen­trale Regelverstellungen wie etwa die veränderte Temperatur-Regulation (Erhöhung der Basaltemperatur), Atmung (Hyperventilation) und gesteigerten Appetit.

Der Behandlungserfolg ist abhängig
von der regelmäßigen Anwendung.

Unser kostenfreier Erinnerungsservice
unterstützt Sie dabei zuverlässig.

Machen Sie eine Hormonersatztherapie?