Merkliste

0 Artikel auf der Merkliste

  • Sie haben noch keine Artikel auf Ihrer Merkliste

Progesteron beim Mann

Loading

Über die physiologische Rolle von Progesteron beim Mann ist weitaus weniger bekannt als bei der Frau. Spezifische nicht-genomische Effekte sind bei der Hyper­aktivierung, Kapazitation und Akrosomreaktion von Spermatozoen gesichert. Bei der Frau ist Progesteron sehr eng verknüpft mit der Reproduktionsfähigkeit. Beim Mann ist das wohl nicht der Fall: Männliche Mäuse ohne Progesteron-Rezeptoren sind phänotypisch normal und fertil.

Serumspiegel sinken mit zunehmendem Alter nicht

In den Hoden und der Nebenniere produziert, ist Progesteron beim Mann trotzdem nicht unwichtig: Das Hormon beeinflusst das Immunsystem, die Prostata, das zen­trale und periphere Nervensystem und interagiert mit dem Fettgewebe. Die Serum­spiegel verändern sich mit dem Alter nicht und liegen vergleichbar wie bei post­me­nopausalen Frauen. Anders als bei der Frau sind einige Wirkungen von Progesteron beim Mann schnell. Sie verlaufen über nicht-genomische Membranrezeptoren, wie etwa bei der Akrosomreaktion. Diese Rezeptoren sind unter anderem in der Leber, auf Spermien und im Auge nachgewiesen.

Progesteron und Prostata

Bei benigner Prostatahyperplasie und allen Formen des Prostatakarzinoms sind klassische zyto­solische Progesteron-Rezeptoren beschrieben. Bei Karzinomen dieses Organs scheint die Zahl der nuklearen Rezeptoren assoziiert mit dem Gleason-Score und der Ausbreitung des Tumors.

Zentrale Wirkungen

Im zentralen Nervensystem kommt Progesteron in der Entwicklung, der Kindheit und im Erwachsenenalter eine regulatorische Funktion zu. In den Purkinje-Zellen des Cerebellums synthetisiert, fördert das Hormon die Bildung und Funktion der Synap­sen. Im Tierversuch ist nach Nervenläsionen die verstärkte Neubildung von Myelin­scheiden nach Progesterongabe gezeigt.

Männliche Kontrazeption: fraglich

In humanen Testes finden sich nur vereinzelt Progeste­ron-Rezep­toren. Die genomi­sche Wirkung kommt wohl überwiegend auf hypothalamisch-hypophysärer Ebene durch die Kontrolle der LH-Sekretion zustande. Auf dieser Hypothese basierend wurden Versuche zur männlichen Kontrazeption mit Testosteron und Gestagenen unternommen. Da jedoch auch in der Epididymis, der Prostata und der Brustdrüse Progesteron-Rezep­toren nachgewiesen sind, ist mit Nebenwirkungen in diesen Or­ganen zu rechnen. Bei der Kombination mit synthetischen Gestagenen sind un­er­wünschte inflammatorische Reaktionen beschrieben.

Der Behandlungserfolg ist abhängig
von der regelmäßigen Anwendung.

Unser kostenfreier Erinnerungsservice
unterstützt Sie dabei zuverlässig.

Machen Sie eine Hormonersatztherapie?