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Gabe von Progesteron über die Haut als HRT

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Immer mehr Ärzte und Frauen schwören auf die Anwendung von Progesteron über die Haut zur hormonellen Stabilisierung, auch wenn dies durch Ergebnisse wissenschaftlicher Studien nicht ausreichend abgesichert ist. Transdermale Progesteron-Zubereitungen dürfen nicht zur Endometriumprotektion bei gleichzeitiger Östrogenbehandlung eingesetzt werden, da auch mit vergleichsweise niedrigen Estradiol-Dosierungen (1 mg täglich transdermal als Gel) kein sicherer Gebärmutterschutz zu erzielen ist. Andererseits sind von einer alleinigen Anwendung transdermaler Progesteron-Zubereitungen keine gesundheitlichen Risiken zu erwarten.

Die Anhänger von transdermalem Progesteron

Die Gabe von Progesteron über die Haut wurde von dem US-amerikanischen Arzt John R. Lee propagiert. In seinem Buch „Natürliches Progesteron“ beschreibt Lee zahlreiche positive Wirkungen von Progesteron auf Menopausebeschwerden, Osteoporose, Krebs und Unterleibserkrankungen, wenn die Substanz als Creme über die Haut angewendet wird.
Für den Wiener Frauenarzt Prof. Dr. Johannes Huber ist Progestern das Hormon der Weisheit. Es „schützt das werdende Leben und die Frau, die durch ihren Körper dieses Leben beschützt“. Außer dem Progesteron gebe es kein körpereigenes Kommunikationsmittel, das in gleichzeitig viele und derart komplexe Vorgänge des menschlichen Körpers involviert sei und dabei in den ineinandergreifenden Systemen mühelos seine optimale Wirkung entfaltet. In den Mitochondrien halte Progesteron das Leben dadurch in Schwung, dass es eine permanente Regeneration jener Bestandteile der Zellkraftwerke bewirke, die den Lebensmotor ständig mit Energie versorgen. Nach Huber greift Progesteron in den allgemeinen Gewebeumbau ein, stärkt Schleimhäute, Blase, Beckenboden und Venen. Experimentell abgesichert ist, dass Progesteron die Schutz- und Ernährungsschichten der Nerven schützt und regeneriert und damit neuroprotektiv wirkt.
Die Tradition von John R. Lee wurde in den USA durch Michael E. Platts, einen kalifornischen Arzt, fortgesetzt. In seinem Buch „The Miracle of Bioidentical Hormones“, das auch in Deutsch unter dem Titel „Die Hormonrevolution“ erhältlich ist, wertet er Progesteron als das Haupthormon für Frauen. Viele Beschwerden von Frauen würden durch eine endogene Östrogendominanz entstehen. Eine hormonelle Stabilisierung ist durch Progesteron zu erzielen, wobei die Verabreichung über die Haut ausreichend sei.

Progesterongabe über die Haut – auch in Deutschland aktuell

Auch in Deutschland gibt es Anhänger der transdermalen Progesteron-Therapie. Sie setzen Progesteron-Dermatika, wie zuletzt durch die Münchner Frauenärztin Dr. Hildegard Faust-Albrecht im FRAUENARZT beschrieben, bei gynäkologischen Indikationen wie unregelmäßigen Menstruationen, Follikelpersistenz oder Lutealinsuffizienz ein. Mit transdermalen Progesteron-Zubereitungen wird einer Östrogendominanz durch Übergewicht oder Belastung mit Xeno-Östrogenen begegnet. Durch die sehr individuell und für die Frau selbst steuerbare Progesteron-Anwendung über die Haut sei der Erfolg auf seelischer, körperlicher und Stoffwechsel-Ebene beachtlich und dabei frei von Nebenwirkungen.

Transdermales Progesteron – Ergebnisse wissenschaftlicher Studien

Allerdings kamen wissenschaftliche Studien zu dem Ergebnis, dass mit transdermalen Zubereitungen zwar eine gewisse Progesteron-Verfügbarkeit gegeben ist, aber auch nach Applikation hoher Dosen therapeutische Progesteron-Blutspiegel nicht oder nicht sicher erreicht werden. In placebokontrollierten Untersuchungen zeigten sich keine signifikanten systemischen Effekte von transdermalem Progesteron, zum Beispiel keine Steigerung der Knochenmasse. Menopausale Beschwerden wurden mit Progesteron-Creme in gleicher Weise vermindert wie mit Placebo-Creme. Auch wurde gezeigt, dass mit 40 mg Progesteron täglich als Hautcreme kein ausreichender Gebärmutterschutz bei gleichzeitiger Anwendung von 1 mg Estradiol täglich als Gel besteht.

Der Behandlungserfolg ist abhängig
von der regelmäßigen Anwendung.

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