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Orale Anwendung

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In der reproduktiven Phase der Frau wird orales Progesteron bei prämenstruel­lem Syndrom und bei klinischer Lutealinsuffizienz, vor allem Zyklusstörungen, eingesetzt. Postmenopausal schützt es nicht hysterek­tomierte Frauen bei der Hormontherapie vor estrogen­bedingten Hyperplasien und Neo­pla­sien des Endometriums. Das Haupt-Einsatzgebiet von Progesteron bei jüngeren Frauen ist der endogene Progesteronmangel. Ein klares Indiz für eine Corpus-luteum-Insuffizienz ist eine Lutealphase von weniger als zehn Tagen. Mit oralem Progesteron ist in diesen Fällen eine Regulierung des Zyklus möglich. Selbst bei schweren Formen oder auch dysfunktionellen Blutungen sind gute Therapieerfolge beschrieben.

Besserung physischer und psychischer Beschwerden bei PMS

Prämenstruelle Syndrome (PMS) sind in der Prämenopause kein seltenes Krank­heits­bild. Ein Behandlungsversuch mit oralem Progesteron kann erwogen werden. Dies gilt insbesondere für Frauen, bei denen körperliche Symptome wie Ödeme, Völle­ge­fühl und schmerzhafte Schwellung der Brüste im Vordergrund stehen. Empfohlen werden 200 bis 300 mg mikronisiertes Progesteron. In einer Metaanalyse ist ein leicht positiver und statistisch signifikanter Effekt auf physische Symptome dokumentiert. Eine kleine, placebokontrollierte Cross-over-Studie weist bei der oralen Gabe von Progesteron eine signifikante Abnahme der Angstsymptome aus. Diese war abhän­gig vom Plasmaspiegel des Allopregnanolons. Verminderte Spiegel dieses als Neu­rosteroid wirksamen Metaboliten scheinen bei PMS-Patientinnen in der Lutealphase häufiger als bei gesunden Frauen zu sein.
Dies wiederum ist eine Erklärung für den günstigen Progesteroneffekt: Allopregna­nolon entsteht bei der ersten Leberpassage. Im zentralen Nervensystem kann der neuroaktive Metabolit angstlösende Wirkungen entfalten.

Schutz des Endometriums bei postmenopausaler Hormontherapie

In der Behandlung klimakterischer Beschwerden sind Estrogene nachweislich wirk­sam. Nicht hysterektomierte Patientinnen müssen zusätzlich ein Gestagen über zwölf Tage einnehmen, um Hyperplasien des Endometriums zuverlässig zu ver­meiden. Natürliches Progesteron hat in der Kombination den Vorteil, stoffwechselneutral und nebenwirkungsarm zu sein. Eine erwünschte Nebenwirkung bei abendlicher oraler Gabe ist die Besserung von Einschlafstörungen.
Sowohl für die sequentielle als auch die kontinuierliche Anwendung von oralem mikronisiertem Progesteron ist die endometriale Sicherheit gut dokumentiert. In der dreijährigen placebokontrollierten PEPI-Studie mit insgesamt 875 Teilnehmerinnen und sequentieller Gabe von konjugierten Estrogenen in Kombination mit Medroxypro­gesteronacetat (MPA) oder aber mikronisiertem Progesteron fanden sich ver­gleich­bare Hyperplasieraten wie in der Placebogruppe. Orales Progesteron erwies sich als ebenso wirksam wie die MPA-Therapie.
Auch bei kontinuierlicher Einnahme von 100 mg/die oralem Progesteron sind nach einjähriger Kombination mit transdermalem Estradiolgel keine Hyperplasien diagnostiziert worden. Alle Biopsien wiesen ein atrophisches oder sub-atrophisches Endometrium auf.

Progesteron effizient gegen Hitzewallungen

Bei Frauen mit klimakterischen Beschwerden ist eine Therapie mit oralem Proge­steron möglich, wenn Estrogene nicht angezeigt oder nicht gewünscht sind. In einer placebokontrollierten Studie mit 133 postmenopausalen Frauen wurde eine signifi­kan­te Abnahme der vasomotorischen Beschwerden um 56 Prozent gesichert (Placebo: 28 Prozent). Hitzewallungen während des Tages sanken um 48 Prozent (Placebo 22 Prozent).

Der Behandlungserfolg ist abhängig
von der regelmäßigen Anwendung.

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