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Intramuskuläre und vaginale Anwendung

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Wesentliche Indikationen für die intramuskuläre oder aber vaginale Gabe von Progesteron sind die Lutealphasenunterstützung bei assistierter Reproduktion sowie die Prophylaxe der Frühgeburt bei Risikopatientinnen. Die Reproduktionsmediziner sind sich einig: Progesteron ist in stimulierten Zyklen bei Sterilitätstherapie unabdingbar, um die defekte Lutealphase zu stützen.

Lutealphase bei assistierter Reproduktion stützen

Je intensiver die ovarielle Stimulation im Rahmen der assistierten Befruchtung, desto intensiver muss die Lutealphase gestützt werden. Reproduktionsmediziner in den USA geben hier der parenteralen Gabe von Progesteron oft den Vorzug. In Europa dagegen hat sich die patientenfreundlichere vaginale Applikation durchgesetzt. Über den first-uterine-pass-effect kommt es dabei zur hohen Bioverfügbarkeit im Endo­metrium.
Ein prospektiv randomisierter Vergleich zum Lutealsupport mit 262 Frauen, der an der renommierten Freien Universität in Brüssel durchgeführt wurde, ergab im Rahmen von IVF-Zyklen eine signifikant niedrigere Abortrate bei vaginaler anstelle von intramuskulärer Applikation von Progesteron (9,8 versus 29,4 Prozent).
In einer deutschen Multicenterstudie wurde die Wirksamkeit von 600 mg/die Progeste­ron vaginal in Kapselform mit vaginalem Progesteron-Gel (180 mg/die) randomisiert geprüft. Der Support wurde bei positivem Schwangerschaftstest bis zur zwölften Schwangerschaftswoche fortgesetzt. Die Erfolgsraten waren in beiden Gruppen vergleichbar hoch. Es zeigte sich ein Trend für höhere Implantations- und niedrigere Abortraten bei den Progesteron-Kapseln. In dieser Gruppe wurden auch mehr Kinder geboren.

Progesteron intramuskulär und vaginal zur Prophylaxe bei Frauen mit vorausgegangener Frühgeburt

Gravide mit einer vorausgegangenen Frühgeburt laufen ein 2,5-faches Risiko für eine Wiederholung. Die prophylaktische Gabe von Progesteron reduziert diese Gefahr signifikant.
In den USA ist hierbei als einzige Substanz 17α-Hydroxyprogesteron­caproat zug­e­lassen. Sie wird intramuskulär injiziert. Prophylaktisch bei Risiko-Patientinnen ange­wandt, reduziert sich nach einer Metaanalyse das Risiko für eine weitere Frühgeburt auf die Hälfte (OR 0,5). Bestätigt wurde dieses gesenkte Wiederholungsrisiko in einer prospektiv-randomisierten Doppelblindstudie.
Auch bei habituellen Aborten ist die Progesteron-Prophylaxe nach verfügbaren Erkenntnissen wirksam und senkt das Risiko für eine Fehlgeburt bei vorliegender erneuter Schwangerschaft.
Hydroxyprogesteron-Depotpräparate stehen in Deutschland nicht mehr zur Verfü­gung. Vergleichbar gute Resultate sind jedoch für beide Indikationen beim Einsatz von vaginalem Progesteron dokumentiert.

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Vaginales Progesteron senkt die Frühgeburtsrate um 40 bis 50 Prozent

Die langfristige Behand­lung mit vaginalem Progesteron ab der 24. Schwanger­schafts­­woche (SSW) vermindert das Risiko erneuter Frühgeburten bei Frauen mit positiver Anamnese signifikant. Gleiches gilt für Gravide mit verkürzter Zervix in der 22. SSW. Bei diesen Schwangeren ist die Inzi­denz von Frühgeburten bis auf die Hälfte zu reduzieren.

Studie bestätigt: Geburten vor 34. SSW um 44 Prozent reduziert

Die Wirksamkeit bestätigt eine placebokontrollierte Studie der Fetal Medicine Foun­dation bei 250 Schwangeren mit verkürzter Zervix (≤ 15 mm, 22. SSW). Unter vagi­na­lem Progesteron waren Geburten vor der 34. SSW signifikant um 44 Pro­zent sel­tener. Es gab weni­ger neonatale Todes­fälle (1,5 versus 5,1 Prozent), weniger Neu­gebo­rene mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm und dadurch weniger Morbi­dität: Im Progesteronarm waren weniger und kürzere Intensivaufenthalte nötig. Da die vaginale Applikation von Progesteron nicht mit relevanten Neben­wir­kungen behaftet ist, dürfte ein Ultraschall-Screening lohnend sein. So können Schwangere mit verkürzter Zervix identifiziert und einer prophylaktischen Therapie mit Progeste­ron zugeführt werden.

Der Behandlungserfolg ist abhängig
von der regelmäßigen Anwendung.

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