Merkliste

0 Artikel auf der Merkliste

  • Sie haben noch keine Artikel auf Ihrer Merkliste

Applikation

Loading

Progesteron wird oral, parenteral (intramuskulär), vaginal und transdermal angewandt. In der klinischen Anwendung hat jede Applikationsform bei bestimmten Indikationen einen festen Platz.

Orales Progesteron wirkt nur mikronisiert

Bei oraler Anwendung wird ein beträchtlicher Teil des natürlichen Progesterons rasch verstoff­wechselt, ohne das periphere Blut zu erreichen. Erst die stabile Mikronisie­rung sorgte für eine gute Resorption.
Die orale Form wird prämenopausal zur Therapie der Gelbkörperschwäche einge­setzt. Bei postmenopausalen Frauen mit intaktem Uterus bewirkt orales Progesteron in Kombination mit Estrogenen bei der Hormontherapie einen sicheren Schutz des Endometriums vor Hyperplasien und Karzinomen.
Bei klimakterischen Frauen mit Schlafstörungen erleichtert die abendliche Gabe das Einschlafen und sorgt für einen besseren Schlaf im ersten Drittel der Nachtruhe.

Intramuskuläre Gabe

Die intramuskuläre Proge­steron-Applikation wird vor allem in den USA bei drohender Frühgeburt alternativ zur vaginalen Applikation angewandt.
Dort werden Progesteron-Injektionen auch im Rahmen der Kinderwunschtherapie eingesetzt. Sie dienen dabei zur Unterstützung der gestörten Lutealphase in stimulierten Zyklen der assi­stierten Reproduktion. Die parenterale Gabe führt zu hohen und reproduzier­baren Blutspiegeln. Sie ist aber insbesondere bei wiederholter Anwendung mit einer ver­min­derten Akzeptanz durch lokale Schmerzen und Gewebsreaktionen verbunden.

Vaginales Progesteron zum Lutealsupport bei assistierter Reproduktion

In Europa hat sich bei dieser Indikation die vaginale Applikation durchgesetzt. Sie ist vergleichbar effektiv, was die Schwangerschaftsraten betrifft. Verglichen mit der intramuskulären Gabe wurde in einer Studie die Zahl der Fehlgeburten signifikant reduziert. Vaginalkapseln (200 mg 3x täglich) erwiesen sich in zwei weiteren Studien als so wirksam wie ein vaginal eingesetztes Gel (90 mg ein- oder zweimal täglich).

infografiken_progesteron_800px_15_0

Hohe Bioverfügbarkeit im Zielorgan

Vaginal appliziertes Progesteron wird im Uterus angereichert und führt trotz im Vergleich zu Injektionen niedrigen Serumkonzentrationen zu einer guten sekretorischen Umwandlung des Endometriums. Der Grund ist die hohe Bioverfügbarkeit im Uterus durch den „first-uterine-pass-effect“.
Die peripheren Blutspiegel erreichen nach intramuskulärer Injektion von 100 mg Progesteron zwar Werte von durchschnittlich 70 ng/ml und damit weit höhere Konzen­trationen als nach intravaginaler Progesteron-Anwendung. Der Progesteron-Gehalt im Zielorgan – dem Endometrium – liegt nach vaginaler Progesteron-Applikation aber deutlich höher als nach der intramuskulären Gabe.
Bei jungen Frauen mit Ovarialinsuffizienz resultierten nach vaginaler Anwendung unterschiedlicher Progesteron-Dosierungen (45, 90 und 180 mg) in allen drei Gruppen relativ niedrige Serumspiegel. Im Endometrium dagegen wurden relativ hohe Konzen­tra­tionen nachgewiesen. Das Gewebe reagierte mit einer vollständigen sekretorischen Transformation.
Diese Ergebnisse werden durch in-vitro-Studien an exstirpierten Uteri gestützt. Hier wurde ein selektiver Transport von Progesteron über die Wand von Scheide und Zervix in das Myo- und Endometrium nachwiesen. Dieser first-uterine-pass-effect bewirkt bei vaginaler Anwendung von Progesteron eine hohe Biover­füg­barkeit im Uterus.

Transdermales Progesteron bei zyklusabhängiger Mastodynie

Transdermales Progesteron hat einen festen Platz in der Therapie prämenstrueller Syndrome, die durch einen relativen Estrogen-Überschuss oder lokalen Progesteron­mangel bedingt sind. So bessert das Progesteron-Gel die Beschwerden bei zyklusab­hängigen Mastodynien zuverlässig.

Artikel

Transdermal

Ein Gel mit 1 % Progesteron ist zur Lokalbehandlung von Brustschmerzen - insbesondere an den Tagen vor der Menstruation - etabliert. Progestogel ist ein behördlich zugelassenes Arzneimittel bei prämenstrueller Mastodynie. Je Brust sollen 2,5 g Gel entsprechend 25 mg Progesteron täglich zum Einsatz kommen.

weiter lesen

Intramuskuläre und vaginale Anwendung

Wesentliche Indikationen für die intramuskuläre oder aber vaginale Gabe von Progesteron sind die Lutealphasenunterstützung bei assistierter Reproduktion sowie die Prophylaxe der Frühgeburt bei Risikopatientinnen.

Die Reproduktionsmediziner sind sich einig: Progesteron ist in stimulierten Zyklen bei Sterilitätstherapie unabdingbar, um die defekte Lutealphase zu stützen.

weiter lesen

Orale Anwendung

In der reproduktiven Phase der Frau wird orales Progesteron bei prämenstruel­lem Syndrom und bei klinischer Lutealinsuffizienz, vor allem Zyklusstörungen, eingesetzt.

Postmenopausal schützt es nicht hysterek­tomierte Frauen bei der Hormontherapie vor estrogen­bedingten Hyperplasien und Neo­pla­sien des Endometriums. Das Haupt-Einsatzgebiet von Progesteron bei jüngeren Frauen ist der endogene Progesteronmangel. Ein klares Indiz für eine Corpus-luteum-Insuffizienz ist eine Lutealphase von weniger als zehn Tagen. Mit oralem Progesteron ist in diesen Fällen eine Regulierung des Zyklus möglich. Selbst bei schweren Formen oder auch dysfunktionellen Blutungen sind gute Therapieerfolge beschrieben.

weiter lesen

Der Behandlungserfolg ist abhängig
von der regelmäßigen Anwendung.

Unser kostenfreier Erinnerungsservice
unterstützt Sie dabei zuverlässig.

Machen Sie eine Hormonersatztherapie?